Industriekultur und große Kunst im Herzen der Metropole Ruhr

Das in Mittel-Nordrhein-Westfalen gelegene Ruhrgebiet ist die größte Metropolregion Deutschlands und die fünftgrößte in Europa. Alle Städte hier werden historisch vom Kohlebergbau und der Stahlindustrie dominiert und liegen so nah beieinander, dass die Grenzen zwischen den Städten oft verschwimmen. Die “Metropole Ruhr” wächst immer näher zusammen und blickt stolz auf ihre gemeinsame industrielle Vergangenheit zurück. Auf ehemaligen Industriegeländen stehen in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Industriedenkmäler: Alte Bergwerke, Gasometer und Hochöfen dienen heute als Schauplatz für Kunst- und Kulturveranstaltungen und lassen Raum für gemeinsame Identifikation und die Entwicklung neuer und kreativer Ideen. In dieser Städtegemeinschaft im “Kulturgebiet” spielt die Stadt Essen eine besondere Rolle, wie das Reisemagazin MERIAN in seiner NRW-Ausgabe vom 03. bis 2015 nannte. Sie ist nicht nur eine der größten und bevölkerungsreichsten Städte des Ruhrgebiets, sondern diente auch als Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 mit dem Thema “Essen für die Ruhr”.

Industriekomplex Zeche Zollverein: Symbol des Industriedenkmals
Der doppelte Förderturm des Industriekomplexes Zeche Zollverein wurde bis 2010 zu einem Wahrzeichen der Stadt Essen und der gesamten Region. Das Zechengelände wurde dann zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, weil die Zollverein nicht nur architektonisch einzigartig ist, sondern auch ein hervorragendes Beispiel für den Wandel des Ruhrgebiets darstellt. Mit dem Gebäudekomplex Neue Sachlichkeit war die Zeche bereits bei ihrer Errichtung ein architektonischer Vorreiter und nimmt diese Rolle bis heute ein. Entlang des Geländes, auf dem einst Kohle abgebaut und verkokst wurde, kann man nun dem Zollverein-Erbeweg folgen. Unter der Leitung erfahrener Reiseleiter führt der Weg durch die authentisch erhaltenen Oberflächenanlagen der Zeche, einschließlich der Sieb- und Kohlewaschanlagen, und ermöglicht es den Teilnehmern, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen einmal zu verstehen. Ehemalige Bergleute gehören zu den Bergführerinnen und Bergführer und teilen ihre “Boxengeschichten” mit den Tourteilnehmern, was den Kulturpfad weniger zu einem Monument als zu einem einzigartigen und authentischen Erlebnis macht. Das Ruhr Museum hat nun einen neuen Standort an der Kohlewaschanlage Schacht XII. Hier können sich die Besucher sowohl in der ständigen Sammlung als auch in verschiedenen Wechselausstellungen über die Vergangenheit und Gegenwart des Ruhrgebiets informieren.

Auf dem Gelände des Zechen-Industriekomplexes Zollverein befindet sich noch ein weiteres Museum: Das ehemalige Kesselhaus wurde von Stararchitekt Norman Foster zum Design Zentrum NRW umgebaut, in dem sich auch das Red Dot Design Museum mit der weltweit größten Ausstellung für zeitgenössisches Design befindet. Ein weiteres architektonisches Highlight ist der Sanaa-Kubus (“Sanaa-Cube”), der von der Folkwang Universität der Künste genutzt wird. Aber es gibt noch mehr zu entdecken und es gibt viele Abenteuer außerhalb der Museen: Das Werksschwimmbad ist streng genommen ein Kunstwerk, steht aber auch allen offen, die im Sommer Spaß und Entspannung im Kühlwasser suchen. Zu Fuß können die Ulrich Rückriem-Skulpturen rund um die Anlage bewundert werden und die Ringpromenade ist bestens für kurze Radtouren rund um die Zeche geeignet. Natürlich ist der Industriekomplex Zeche Zollverein immer der Schauplatz für die großen Kulturveranstaltungen des Ruhrgebiets, darunter das Extraschichtfest und das Filmfestival der Ruhrtriennale.

Kunst und Unterhaltung im Herzen von Essen
Neben dem außergewöhnlichen Highlight des industriellen Erbes der Region hat die Stadt Essen auch an anderen Standorten einiges an Kultur zu bieten. Mit dem vom berühmten Architekten David Chipperfield entworfenen Erweiterungsbau ist das Museum Folkwang eines der renommiertesten Kunstmuseen Deutschlands. Die Philharmonie Essen und das Aalto-Theater widmen sich einer weiteren Kunstrichtung: In der Philharmonie finden Konzerte von hochkarätigen Musikern statt, und Kulturliebhaber können im Aalto-Theater eine Oper oder ein Ballett besuchen. Das Grillo-Theater in der Essener Innenstadt rundet die Kulturlandschaft der Stadt ab – das Stadttheater verfügt über ein eigenes Ensemble. Im Herzen Essens liegt auch der Dom, dessen Schatzkammer Weltklasse-Kunst vor allem aus der Zeit zwischen 980 und 1060 zeigt. Und die moderne Unterhaltung selbst hat in Essen historische Bindungen: Im Kolosseum, einem historischen Fabrikgebäude, in dem bis etwa 1900 Schmiedeteile hergestellt wurden, werden Musicals aufgeführt.

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