Oldenburg

Oldenburg, ehemaliger deutscher Staat, nacheinander eine Grafschaft, ein Herzogtum, ein Großherzogtum und ein Land, bevor es 1946 zum Regierungsbezirk des niedersächsischen Landes Westdeutschland wurde. Durch die administrative Reorganisation 1977 wurde Oldenburg Teil des Weser-Ems-Kreises.

Oldenburg hatte zwischen 1854 und 1937 eine Fläche von 6.423 Quadratkilometern, die sich aus dem Hauptteil des Gebietes und zwei Exklaven, Lübeck-Eutin (541 Quadratkilometer) und Birkenfeld (194 Quadratkilometer), zusammensetzte. Zu dieser Zeit lag der Hauptteil Oldenburgs auf dem Tiefland der Nordsee und wurde von Hannover (preußisch ab 1866) landwärts umschlossen, bis auf eine kurze Grenze im Osten mit Bremen. Die Hauptstadt war Oldenburg an der unteren Hunte. Wilhelmshaven, 1853 von Preußen gekauft, wurde 1937 nach Oldenburg zurückgebracht, Lübeck-Eutin und Birkenfeld nach Schleswig-Holstein bzw. in die preußische Rheinprovinz verlegt.

Ab dem frühen 12. Jahrhundert etablierte sich in Oldenburg eine Zählweise, die sich zu einer Stadt entwickelte. Christian Graf von Oldenburg wurde 1448 in Dänemark zum Thron gewählt; er war auch König von Norwegen ab 1450 und König von Schweden für einige Jahre ab 1457, und 1460 erwarb er das Herzogtum Schleswig und die Grafschaft Holstein. 1454 übergab er Oldenburg an seinen Bruder Gerhard, dessen Nachkommen benachbarte Herrschaften erwarben. Für seine Neutralität im Dreißigjährigen Krieg erhielt Graf Anton Günther von Kaiser Ferdinand II. das Recht, Mautgebühren von Schiffen zu erheben, die Elsfleth an der Weser passieren. Als Gerhard 1667 seine Linie ausstarb, ging das Gebiet an die dänische Krone über. 1773 übergab Christian VII. von Dänemark Oldenburg an seinen entfernten Cousin Paul, den zukünftigen Kaiser von Russland, im Austausch für dessen Titel Holstein-Gottorp. Paulus übergab es bald an seinen Cousin Friedrich Augustus, der das Bistum Lübeck innehatte und der dann vom Heiligen Römischen Kaiser Joseph II. zum Herzog von Oldenburg ernannt wurde. Das Fürstentum Birkenfeld wurde 1817 an Oldenburg abgetreten. Oldenburg wurde im 19. Jahrhundert zum Großherzogtum. Sie trat 1853 der Zollverein bei, favorisierte Preußen im Siebenwochenkrieg (1866) und trat 1867 dem Norddeutschen Bund und 1871 dem Deutschen Reich bei. Mit der Verabschiedung der Weimarer Verfassung im Jahr 1919 wurde das großherzogliche Regime durch eine gewählte Landesregierung ersetzt. 1933 machte Adolf Hitler Oldenburg zum Zentrum eines großen Gau (Landkreises). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oldenburg mit dem Land Niedersachsen verschmolzen.

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